SKR03 vs. SKR04 — Unterschiede, Kontenstruktur und was das für den Controller bedeutet
SKR03 und SKR04 sind die beiden Standard-Kontenrahmen in DATEV. Für Controller im Mittelstand ist das Verständnis beider Systeme entscheidend — nicht nur für die Buchhaltung, sondern besonders für die Auswertung und das Monatsabschluss-Reporting. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede, zeigt welcher Kontenrahmen wann passt und wie auditplan mit beiden arbeitet.
Was ist ein Kontenrahmen?
Ein Kontenrahmen ist ein systematisch geordnetes Verzeichnis aller Konten, die ein Unternehmen in seiner Buchführung verwenden kann. Er legt fest, welche Kontonummern für welche Buchungsvorgänge verwendet werden — und damit auch, wie die Buchungsdaten strukturiert und auswertbar sind.
In Deutschland sind die beiden von DATEV unterstützten Standardkontenrahmen SKR03 (Standardkontenrahmen 03) und SKR04 (Standardkontenrahmen 04). Beide basieren auf dem allgemeinen deutschen Kontenrahmen (GKR) und sind für die Anforderungen nach HGB und DATEV optimiert.
Welchen Kontenrahmen Ihr Unternehmen verwendet, bestimmt direkt, welche Kontonummern in Ihrem DATEV-Buchungsstapel (EXTF) erscheinen — und wie diese zu einer GuV-Struktur zusammengeführt werden müssen.
SKR03 vs. SKR04 — die wesentlichen Unterschiede
Der grundlegende Unterschied liegt in der Gliederungslogik:
- Konten folgen dem betrieblichen Ablauf (Beschaffung → Produktion → Absatz)
- Entwickelt in den 1950ern, an industrielle Prozesse angelehnt
- Umsatzerlöse: 8000–8999
- Personalaufwand: 4000–4999
- Materialaufwand: 5000–5999
- Weit verbreitet bei Bestandskunden im Handel und verarbeitenden Gewerbe
- Konten folgen der HGB-Gliederung von Bilanz und GuV
- Modernere Struktur, empfohlen von DATEV für Neugründungen
- Umsatzerlöse: 4000–4999
- Personalaufwand: 6000–6999
- Materialaufwand: 5000–5999
- Verbreitet in Dienstleistung, Industrie, neueren Unternehmen
Kontenvergleich: Wichtigste Positionen
Für den Controller-Alltag sind vor allem die GuV-relevanten Konten entscheidend:
| GuV-Position | SKR03 Kontenbereich | SKR04 Kontenbereich |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8000–8999 | 4000–4799 |
| Bestandsveränderungen | 8900–8999 | 4800–4899 |
| Materialaufwand | 5000–5999 | 5000–5999 |
| Rohstoffe, Hilfsstoffe | 5100–5399 | 5100–5399 |
| Personalaufwand | 4000–4499 | 6000–6299 |
| Löhne und Gehälter | 4100–4199 | 6010–6099 |
| Soziale Abgaben | 4200–4299 | 6110–6199 |
| Abschreibungen | 4800–4899 | 6200–6299 |
| Sonstige betriebl. Aufwendungen | 4500–4799 | 6300–6899 |
| Finanzergebnis | 7000–7999 | 7000–7999 |
| Steuern vom Einkommen | 7600–7699 | 7600–7699 |
Controller, die zwischen Unternehmen wechseln, stolpern oft über die Kontonummernsystematik. Ein Konto 4000 bedeutet in SKR03 Personalaufwand (Löhne/Gehälter) — in SKR04 dagegen Umsatzerlöse. Falsche Zuordnung erzeugt eine komplett falsche GuV.
Welcher Kontenrahmen ist der richtige?
Es gibt keine universell bessere Wahl. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Neugründung | SKR04 | DATEV-Empfehlung, moderne HGB-Gliederung, einfacher zu pflegen |
| Bestandsunternehmen mit SKR03 | SKR03 beibehalten | Wechselkosten hoch, Vergleichbarkeit mit Vorjahren bleibt erhalten |
| Handel, Großhandel | Oft SKR03 | Historisch gewachsen, Steuerberater-Expertise vorhanden |
| Dienstleistung, IT, Beratung | Oft SKR04 | Neuere Unternehmen, DATEV-Standard für Neugründungen |
| Wechsel erwogen | Mit Steuerberater abstimmen | Nur zum Jahresbeginn, Vorjahresvergleiche eingeschränkt |
Wechsel von SKR03 auf SKR04
Ein Kontenrahmenwechsel ist grundsätzlich möglich, aber kein einfaches Unterfangen:
- Nur zum Beginn eines neuen Geschäftsjahres sinnvoll
- Alle Konten müssen neu zugeordnet werden — Arbeit des Steuerberaters
- Eröffnungsbilanz muss auf neuen Konten neu erfasst werden
- Vorjahresvergleiche im Reporting werden für 1–2 Jahre komplizierter
- DATEV-Auswertungen funktionieren nach dem Wechsel zunächst nicht mit alten Daten
Für die meisten etablierten Mittelstandsunternehmen überwiegen die Wechselkosten den Nutzen. Ein Wechsel macht vor allem bei organisatorischen Umstrukturierungen (Rechtsformwechsel, Neugründung einer Holding) Sinn.
Auswirkungen auf den Monatsabschluss
Für den Controller ist das Entscheidende: Die GuV-Struktur, die für das Management-Reporting benötigt wird, ist bei beiden Kontenrahmen dieselbe. Was sich unterscheidet, ist das Mapping — welche Kontonummern welcher GuV-Position zugeordnet werden.
In manuellen Excel-Prozessen bedeutet das: Das SVERWEIS-Mapping muss für jedes Unternehmen neu aufgebaut werden und passt für SKR03-Unternehmen nicht für SKR04-Unternehmen.
auditplan löst das mit konfigurierbaren YAML-Templates: Es gibt ein vorgefertigtes Template für SKR03, eines für SKR04, und beide können individuell angepasst werden. Der Import erkennt automatisch den Kontenrahmen und wendet das richtige Template an.
SKR03 und SKR04 mit auditplan
- Automatische Erkennung von SKR03 und SKR04 beim EXTF-Import
- Vorgefertigte Mapping-Templates für beide Kontenrahmen
- Individuelle Anpassung einzelner Kontozuordnungen per YAML — kein Custom Code
- GuV-Struktur, Budget- und Vorjahresvergleich funktionieren mit beiden Rahmen identisch
- Wechsel des Kontenrahmens: einfach das Template tauschen, kein Systemneustart
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