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DATEV · Kontenrahmen

SKR03 vs. SKR04 — Unterschiede, Kontenstruktur und was das für den Controller bedeutet

Von Panos Pagonis · April 2026 · 8 Minuten Lesezeit

SKR03 und SKR04 sind die beiden Standard-Kontenrahmen in DATEV. Für Controller im Mittelstand ist das Verständnis beider Systeme entscheidend — nicht nur für die Buchhaltung, sondern besonders für die Auswertung und das Monatsabschluss-Reporting. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede, zeigt welcher Kontenrahmen wann passt und wie auditplan mit beiden arbeitet.

Was ist ein Kontenrahmen?

Ein Kontenrahmen ist ein systematisch geordnetes Verzeichnis aller Konten, die ein Unternehmen in seiner Buchführung verwenden kann. Er legt fest, welche Kontonummern für welche Buchungsvorgänge verwendet werden — und damit auch, wie die Buchungsdaten strukturiert und auswertbar sind.

In Deutschland sind die beiden von DATEV unterstützten Standardkontenrahmen SKR03 (Standardkontenrahmen 03) und SKR04 (Standardkontenrahmen 04). Beide basieren auf dem allgemeinen deutschen Kontenrahmen (GKR) und sind für die Anforderungen nach HGB und DATEV optimiert.

Wichtig für Controller

Welchen Kontenrahmen Ihr Unternehmen verwendet, bestimmt direkt, welche Kontonummern in Ihrem DATEV-Buchungsstapel (EXTF) erscheinen — und wie diese zu einer GuV-Struktur zusammengeführt werden müssen.

SKR03 vs. SKR04 — die wesentlichen Unterschiede

Der grundlegende Unterschied liegt in der Gliederungslogik:

SKR03 — Prozessorientiert
  • Konten folgen dem betrieblichen Ablauf (Beschaffung → Produktion → Absatz)
  • Entwickelt in den 1950ern, an industrielle Prozesse angelehnt
  • Umsatzerlöse: 8000–8999
  • Personalaufwand: 4000–4999
  • Materialaufwand: 5000–5999
  • Weit verbreitet bei Bestandskunden im Handel und verarbeitenden Gewerbe
SKR04 — Abschlussorientiert
  • Konten folgen der HGB-Gliederung von Bilanz und GuV
  • Modernere Struktur, empfohlen von DATEV für Neugründungen
  • Umsatzerlöse: 4000–4999
  • Personalaufwand: 6000–6999
  • Materialaufwand: 5000–5999
  • Verbreitet in Dienstleistung, Industrie, neueren Unternehmen

Kontenvergleich: Wichtigste Positionen

Für den Controller-Alltag sind vor allem die GuV-relevanten Konten entscheidend:

GuV-PositionSKR03 KontenbereichSKR04 Kontenbereich
Umsatzerlöse8000–89994000–4799
Bestandsveränderungen8900–89994800–4899
Materialaufwand5000–59995000–5999
Rohstoffe, Hilfsstoffe5100–53995100–5399
Personalaufwand4000–44996000–6299
Löhne und Gehälter4100–41996010–6099
Soziale Abgaben4200–42996110–6199
Abschreibungen4800–48996200–6299
Sonstige betriebl. Aufwendungen4500–47996300–6899
Finanzergebnis7000–79997000–7999
Steuern vom Einkommen7600–76997600–7699
Die häufigste Verwechslung

Controller, die zwischen Unternehmen wechseln, stolpern oft über die Kontonummernsystematik. Ein Konto 4000 bedeutet in SKR03 Personalaufwand (Löhne/Gehälter) — in SKR04 dagegen Umsatzerlöse. Falsche Zuordnung erzeugt eine komplett falsche GuV.

Welcher Kontenrahmen ist der richtige?

Es gibt keine universell bessere Wahl. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

SituationEmpfehlungBegründung
NeugründungSKR04DATEV-Empfehlung, moderne HGB-Gliederung, einfacher zu pflegen
Bestandsunternehmen mit SKR03SKR03 beibehaltenWechselkosten hoch, Vergleichbarkeit mit Vorjahren bleibt erhalten
Handel, GroßhandelOft SKR03Historisch gewachsen, Steuerberater-Expertise vorhanden
Dienstleistung, IT, BeratungOft SKR04Neuere Unternehmen, DATEV-Standard für Neugründungen
Wechsel erwogenMit Steuerberater abstimmenNur zum Jahresbeginn, Vorjahresvergleiche eingeschränkt

Wechsel von SKR03 auf SKR04

Ein Kontenrahmenwechsel ist grundsätzlich möglich, aber kein einfaches Unterfangen:

Für die meisten etablierten Mittelstandsunternehmen überwiegen die Wechselkosten den Nutzen. Ein Wechsel macht vor allem bei organisatorischen Umstrukturierungen (Rechtsformwechsel, Neugründung einer Holding) Sinn.

Auswirkungen auf den Monatsabschluss

Für den Controller ist das Entscheidende: Die GuV-Struktur, die für das Management-Reporting benötigt wird, ist bei beiden Kontenrahmen dieselbe. Was sich unterscheidet, ist das Mapping — welche Kontonummern welcher GuV-Position zugeordnet werden.

In manuellen Excel-Prozessen bedeutet das: Das SVERWEIS-Mapping muss für jedes Unternehmen neu aufgebaut werden und passt für SKR03-Unternehmen nicht für SKR04-Unternehmen.

auditplan löst das mit konfigurierbaren YAML-Templates: Es gibt ein vorgefertigtes Template für SKR03, eines für SKR04, und beide können individuell angepasst werden. Der Import erkennt automatisch den Kontenrahmen und wendet das richtige Template an.

SKR03 und SKR04 mit auditplan

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